Kooperation mit dem Verein „Axum mental retardded and intelectual disabilities association"

Anderen Gutes tun ist keine Pflicht. Es ist eine Freude, denn es mehrt deine eigene Gesundheit und Lebensfreude.
(Zoroaster, 1. - 2. Jahrtausend v.Chr.)

Während unseres sechsmonatigen Aufenthaltes 2017 in Aksum durften wir viele großartige Menschen kennenlernen. Viele Menschen der Region haben selbst große Herausforderungen zu meistern, setzen sich aber zusätzlich uneigennützig für andere ein.

Zu ihnen gehört Frezgi Teklu. Er ist der sehr engagierte Gründer und Vorsitzende des in Äthiopien eingetragenen Vereins „Axum mental retarded and intelectual disabilities association“. Dieser Verein setzt sich für Autisten und Menschen mit geistigen Behinderungen ein.

Uns wurde überall gesagt, in Äthiopien würde „Inklusion gelebt“. So gäbe es in allen Schulen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für Kinder mit verschiedenen Beeinträchtigungen. Wie überall auf der Welt, gestaltet sich die Praxis auch in Äthiopien anderes, wie uns viele Eltern und Betroffene berichteten. Und auch in den Schulen wissen die Direktoren und Lehrer oft nicht, wer diese Ansprechpartnerinnen / diese Ansprechpartner sind.

Unsere Wahrnehmung war, dass Menschen mit Sehbehinderung, Blinde und Körperbehinderte am alltäglichen Leben in Aksum teilnehmen. Sehr viel schwieriger gestaltet es sich mit geistig Behinderten. Wir haben viel mit Frezgi, Mitgliedern und Helfern des Vereins gesprochen und konnten uns ein eigenes Bild machen.

Wie fast alle Mitglieder ist Frezgi selbst betroffen: einer seiner Brüder ist schwerst geistig behindert. Hier ist von Inklusion keine Rede und wie uns Frezgi berichtet; kann man in vielen Familien oft nicht einmal von menschenwürdigen Bedingungen sprechen. Die Betroffenen leben bei den häufig völlig überforderten Familien und werden komplett isoliert. Wie gesagt, wir durften uns auch einen sehr persönlichen Eindruck von der Situation machen.

Frezgi und sein Verein setzen sich dafür ein, dass die betroffenen Menschen jeweils einen „Betreuer“ erhalten. Ein weiteres Hauptziel ist, dieses Thema in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und zu sensibilisieren. Hierzu reist der Vorsitzende auf eigene Kosten zu vielen verschiedenen Stellen des Landes und versucht, Politiker, Presse und Prominiente anzusprechen und zu gewinnen.

Darüber hinaus arbeitet er an Qualifizierungen; mit ihnen möchte Frezgi weitere Menschen ausbilden (lassen), die sich mit den Besonderheiten dieser Zielgruppe auskennen und helfen können.

Vor allem aber arbeitet er an einer Vision: er möchte ein Heim bauen, in dem die Betroffenen miteinander arbeiten, spielen und leben können und nicht, wie aktuell jeder für sich allein isoliert ist.

Wir finden das Engagement der Mitglieder großartig und haben deshalb beschlossen, eine Kooperation mit dem Verein einzugehen. Wir sind uns durchaus bewusst, dass wir nicht die Fachleute sind, um selbst helfen zu können und wir können auch keine Spezialisten bezahlen. Was wir gleichwohl sehr gerne machen: „Werbung“. Und vielleicht gelingt es uns, über unsere Netzwerke Helfer zu finden, die Frezgi und seinem Verein vor allem mit Knowhow und weiteren Netzwerken helfen können.

Sie möchten helfen oder haben Fragen? Dann freuen wir uns auf Ihre Mail.

Kooperation
Projekt Kooperation Autisten