„Zeitungstaschen“ von und über Geflüchtete

Wir denken, es ist enorm wichtig, sich in Äthiopien einzusetzen. Wir sind davon überzeugt, dass wir vor allem vor Ort etwas bewegen können! Und hier sind die Schul- und Ausbildung sehr wichtig, weil nur gut ausgebildete junge Menschen können das eigene Land verändern. Darum ist das auch eines der obersten Ziele unserer Satzung!

Uns ist aber auch sehr wichtig, den Menschen hier in Deutschland ein „Stück Äthiopien näher zu bringen“, weil wir davon überzeugt sind, dass dieses zur Völkerverständigung beiträgt. Dieses ist uns so wichtig, dass wir auch das in unserer Satzung verankerten.

Wir haben aber nicht nur die „rosarote Brille“ auf, sondern sehen auch die Herausforderungen in vielen Ländern; zum Beispiel, wenn es um das Thema Menschenrechte geht. Darum sind wir Mitglied der Allianz gegen Rechtsextremismus in der europäischen Metropolregion Nürnberg und des Runden Tisches Menschenrechte der Stadt Nürnberg!

Hinsichtlich der aktuellen Situation mit den Geflüchteten sind wir überzeugt, dass vieles von dem, was sich derzeit in der Öffentlichkeit darstellt, kein Fremdenhass ist, sondern viel von „Unwissenheit“ getragen wird. Dieses ist verständlich, weil man sich im Alltag nur wenig mit den Kulturen anderer Kontinente beschäftigt. Kommen dann noch Aussagen von politischen Parteien und/oder Berichterstattungen in den Medien hinzu, können Ängste noch verstärkt werden, ohne selbst jemals eine schlechte Erfahrung gemacht zu haben… 

Um auch hier unsere Satzung mit Leben zu füllen, haben wir uns ein Projekt überlegt, mit dem wir Begegnungen von Geflüchteten mit der einheimischen Bevölkerung schaffen wollen. Als „Bindeglied“ werden wir Zeitungstaschen mit Steckbriefen verwenden.

Warum wollen wir ein solches Projekt überhaupt machen?

Immer wieder begegnet uns das Argument, alle „Flüchtlinge haben keine Ausbildung und sind nur in Deutschland, um Sozialleistungen in Anspruch zu nehmen.“

Wenn man sich näher mit den Menschen und den Situationen in den Herkunftsländern beschäftigt, stellt man fest, dass ein Teil der Geflüchteten nur deshalb über keine Schul- oder Berufsausbildung verfügt, weil es in der Kultur des Herkunftslandes keine Chance auf eine Schul- oder Berufsausbildung gab. Viel wichtiger ist, dass diese Aussage sehr häufig nicht zutrifft und viele der Geflüchteten durchaus gut ausgebildete Facharbeiter oder Akademiker sind. Auch über die Gründe einer Flucht erfährt die Bevölkerung oft nicht viel.

Was wollen wir tun?

Wir wollen mit den Menschen in den Gemeinschaftsunterkünften „Zeitungstaschen“ herstellen. Diese Zeitungstaschen sind „Einkaufstaschen“, hergestellt aus alten Zeitungen.

Viel wichtiger als eine Tragetasche selbst dienen sie vor allem als Träger einer Botschaft. Ziel ist, dass die Beteiligten Biografien von sich mit ihrer Herkunft, ihrem Familienstand, ihrem Beruf und dem Grund der Flucht erstellen. Diese werden dann auf die Taschen geklebt. Die Zeitungstaschen mit den Biografien werden über Geschäfte an Kunden ausgegeben. So erfahren die Kunden etwas über die Einzelschicksale der Menschen, die aus verschiedenen Gründen aus verschiedenen Ländern nach Deutschland gekommen sind.

So erhalten die Geflüchteten ein Gesicht und Ängste können mit Hilfe alter Zeitungen abgebaut werden, die vorher zum Teil noch halfen, diese Ängste aufzubauen.

 

Für den Herbst 2018 planen wir dann eine Veranstaltung. Hier sollen die Menschen, die hinter diesen Schicksalen stehen, den Menschen begegnen, die diese Schicksale gelesen haben.

Wie wollen wir es umsetzen?

Wir wollen an die Unterkünfte und andere Einrichtungen herantreten und unter Anleitung mit den Menschen Zeitungstaschen entstehen lassen. Außerdem ist es wichtig, dass die Menschen „ihre Geschichte“ erzählen können, aus der dann eine Biografie/ein Steckbrief entsteht. Somit erfahren Interessierte etwas über den Menschen, den Familienstand, den Beruf, die Herkunft und vor allem auch über den Grund der Flucht – dieser Mensch bekommt ein „Gesicht“.

Wir freuen uns sehr…

…dass wir Herrn Dr. Pluschke (Umweltreferent der Stadt Nürnberg) und Herrn Prölß (Sozialreferent der Stadt Nürnberg) als Schirmherren für unser Projekt gewinnen konnten.

Auch die Arbeiterwohlfahrt Nürnberg steht als Partner bereits an unserer Seite.

Sie möchten sich in dieses Projekt einbringen?? Dann melden Sie sich einfach bei uns!

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