Eine Bestandsaufnahme nach dem Krieg…

 

Diese Reise war besonders.
Es begann schon damit, dass wir wochenlang versuchten, einen Flug zu buchen – für den Rückflug bekamen wir immer wieder die Antwort, es wären alls Flüge ausgebucht.
Erst, als Navid Kermani uns sagte, dass man den Rückflug von Äthioien aus buchen sollte, hatten wir Erfolg.

 

Ein weiterer Grund, warum diese Reise nicht alltäglich war:
Was erwartet uns?
Wie geht es den Menschen in Aksum?
Wie tritt man ihnen nach alldem, was sie erleben mussten, gegenüber?

 

Und dann war es soweit – mit Umweg über Shire (der Flughafen in Aksum war noch nicht wieder nutzbar) ging es los.
Welch eine Freude!!!
Unsere Familien, unsere Freundinnen und Freunde, unsere Vertrauten endlich wieder sehen und sprechen!!

 

Auf der anderen Seite war es auch etwas beklemmend; man kennt ausbebrannte Autos und Panzer sowie Häuser mit Einschusslöchern aus den Nachrichten; nun hatten wir sie in echt…

 

Ansonsten war der Schwerpunkt dieser Reise (neben den persönlichen Kontakten) eine Bestandsaufnahme unserer Projekte.
Und wir blieben weitesgehend verschont und mussten nur wenige Schäden „hinnehmen“.
Schon während dieser kurzen Reise begannen wir, erste Aufträge zu vergeben für Reparaturen.

 

UND wir waren bei Spendenverteilungen dabei, die es in den letzten Jahren mehrere als Soforthilfe gab.
So waren wir in einer Unterskunft für Binnenvertriebene und in den beiden Krankenhäusern, um Spendengelder zu verteilen.

 

JA – die Situation ist sehr schlecht und gefühlt benötigt jede Familie Hilfe und man macht sich Gedanken, ob man überhaut etwas erreicht mit dem wenigen Geld.
Wenn man aber in die Augen derer schaut, die eine Hilfe bekommen haben, lohnt sich jeder einzelne Euro!

 

Für diese Reise sind wir froh, dass wir so viele uns liebgewordene Menschen wieder sehen und sprechen konnten – für uns ein echtes Geschenk!
Aber wir denken auch an die Menschen, die diesen sinnlosen Krieg nicht überlebten!