Kooperation mit dem St. Mary Hospital in Axum

Für unsere Reise im September 2015 hatten wir uns den Besuch eines städtischen Krankenhauses vorgenommen, um uns ein Bild über die medizinische Versorgung zu machen. So vereinbarten wir einen Termin mit Herrn Dr. Zekarias Merha vom St. Mary Hospital in Axum.

Wir erfuhren, dass arme Menschen einen „Berechtigungsschein“ bei der Stadt beantragen können; mit dem sie sowohl Behandlungen als auch Medikamente kostenfrei bekommen. Die übrigen Patienten müssen für Behandlungen und Medikamente selbst aufkommen.

In Axum gibt es insgesamt vier städtische Krankenhäuser; zwei von ihnen haben sich spezialisiert und die beiden weiteren arbeiten allgemeinmedizinisch. Darüber hinaus gibt es in den Krankenhäusern jeweils ambulante Bereiche.

In dem von uns besuchten St. Mary Hospital mit seinen 53 Krankenschwestern gibt es 153 Betten in den Fachbereichen:

  • Chirurgie
  • Einen internistischen Bereich
  • Pädiatrie
  • Geburtenbereich mit einem Bereich für „Frühgeborene“

Dazu kommen diverse ambulante Bereiche (unter anderem Augenmedizin, Zahnmedizin und Allgemeinmedizin). Insgesamt werden jährlich ca. 1,5 Mio. Patienten behandelt.

Ein Hauptproblem gibt es mit der Energieversorgung; von zwei Stromgeneratoren arbeitet nur ein Gerät. So wurde zum Beispiel während unseres Besuchs Krankenhauswäsche per Hand gewaschen, weil der Strom für die Zubereitung des Essens benötigt wurde.

Für Blutuntersuchungen steht aktuell nur ein funktionierendes Gerät zur Verfügung und auch ein gespendetes Tomographiegerät arbeitet nicht. Im physiotherapeutischen Bereich unterhielten wir uns mit einem Physiotherapeuten: auch hier fehlen diverse Geräte und Hilfsmittel.

Da für uns die medizinische Versorgung eine wichtige Rolle spielt und wir bereits einige Angebote von medizinischen Geräten erhalten haben, folgten weitere Gespräche mit „Chief Executive Officer“, Herrn Gebremichael Weldegebriel (wirtschaftlicher Klinikleiter) und dem „Chief Clinical Service Officer“ Herrn Dr. Tsegazeab Tschaye (medizinischer Klinikleiter).

Und am 01.10.2015 gab es dann einen Termin, an dem Herr Weldegebriel und wir eine Kooperationsvereinbarung unterschrieben. Das ist für uns als kleiner Verein ein großer Erfolg.

Diese Kooperationsvereinbarung ermöglicht uns medizinische Hilfstransporte zu organisieren und durchzuführen. Wir werden nun das Hospital über medizinische Geräte, die uns angeboten werden, informieren. In Abstimmung mit den weiteren städtischen Kliniken wird geprüft, ob Bedarf daran besteht. Wenn es diesen Bedarf gibt, werden wir diese Geräte lagern, einen Container beladen und nach Djibouti transportieren. Von dort werden die Hilfsmittel von der Klinik eingeführt und nach Axum transportiert.

Erste Angebote, die uns in Deutschland gemacht wurden, sind schon mit dem Hospital abgestimmt und warten nun in einem Lager auf den Transport nach Axum.

Auch während unserer Reise 2016/2017 gab es einen durchgehenden Dialog mit dem Krankenhaus. In vielen Gesprächen erfuhren wir von der weiterhin angespannten Situation und weiteren Geräten, die vom Krankenhaus benötigt werden. So erhielten wir eine Liste, die wir mittlerweile in Deutschland an verschiedene Stellen und Helfer verteilt haben.

Vor allem aber wurden wir auf das Problem mit der vorhandenen Frühchenstation aufmerksam gemacht. Der Bedarf an Platz wuchs in den letzten Jahren immer weiter, so dass diese Station zu klein wurde. Da keine anderen geeigneten Räume zur Verfügung standen, wurden in die Sozialräume der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umgebaut und die Station zog hier ein.

Aber auch hier ist viel zu wenig Platz und dadurch sind auch die hygienischen Bedingungen nicht ausreichend. Unter einer Rotlichtlampe liegen bis zu 3 Babys gleichzeitig. Für das neue Gebäude fehlen die finanziellen Mittel. Wir versuchten noch in Äthiopien, eine deutsche Stiftung zu gewinnen. Dieser Versuch scheiterte daran, dass die Kosten für Gebäude nicht förderfähig sind; die förderfähige Ausstattung ist im Krankenhaus bereits vorhanden.

Wir haben uns nach dem Besuch des Krankenhauses und der Station entschlossen, dem St. Mary`s Hospital bei der Finanzierung des dringend benötigten Gebäudes zu helfen. Bei dieser Finanzierung handelt es ich um ein eigenständiges Teilprojekt.

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